Perlen

Perlen sind Produkte von Muscheln und Austern, also zweischaligen Wassertieren. Die äußerste Haut des Tieres (Epithel) baut die Muschelschalen aus kleinen, flachen, schindelähnlichen Kalkblättchen (Aragonith) auf, die mit dem „Leim“ (Couchin), verklebt sind.

Die Schalenoberflächen sind außen rau und innen fein. Die Substanz der inneren Oberfläche heißt Perlmutter. Bei z.B. Verletzung oder Fremdkörper schützt die Muschel sich, indem sie den Fremdkörper mit Perlmuttersubstanz einkapselt.

Dieses Einkapseln geht unaufhörlich weiter, so wächst mit den Jahren ein kugelförmiges Gebilde heran – eine Perle entsteht. Je länger dieser Prozess dauert, um so größer wird die Perle.

 Nur natürlich gewachsene Perlen nennt man Perlen. Hat der Mensch seine Hand im Spiel sprechen wir von Zucht- oder Kulturperlen. Die Zucht- oder Kulturperlen unterscheiden sich von den echten Perlen  dadurch, dass der Mensch die Perlenbildung veranlasst.Die äußerste Haut des Weichtieres, das Epithel, besteht aus einer einzigen Zellschicht, die Perlmuttersubstanz produziert und damit die Muschelschale oder- bei einem Reiz- die Perle aufbaut. Diese Erkenntnis nutzt der Mensch seit etwa 1900, indem er ein kleines dieses Epithels in die inneren Weichteile eines Tieres operiert und damit die Perlenbildung veranlasst.

Wird nur Epithel einoperiert, entsteht eine kernlose, meistens unregelmäßig geformte (barocke) Zuchtperle. Wird außer dem Epithelstück auch eine Perlmutterkugel einoperiert, umwächst das Epithel die Kugel und baut Schicht um Schicht konzentrisch die Perle auf, ein Prozeß, der zwei bis vier Jahre dauert.

Die Dicke der Perlmutterschicht und die Glätte der Perlenoberfläche sind für den Glanz verantwortlich, den sogenannten Lüster der Perle.

Die perfekte Kugelform ist am seltensten und deshalb auch am wertvollsten. Sehr selten und geschätzt sind auch die tropfen- und birnenförmigen Perlen. Wenn Perlen wegen eines Fehlers abgeschliffen werden, sind sie als Dreiviertel- oder Halbperlen zu bezeichnen, da dies ihren Wert stark mindert.

Zuchtperlen entstehen in verschiedenen Süßwasser- und Meeresmuscheln, weshalb man auch unterschiedliche Zuchtperlenarten kennt:z.B. Akoya- Süßwasser- und Südseezuchtperlen.
Die Akoya Zuchtperlen sind wohl die bekanntesten Zuchtperlen. Der Name stammt von der sie  bildenden Muschel (Pinctada martensii), die auf japanisch Akoya heißt.

Diese Muscheln leben in den südlichen und südwestlichen Meeresbuchten Japans und im chinesischem Meer, an der Ostküste Chinas. Die Größe liegt zwischen 4- max 10 mm und die Farben sind weiß, leicht rosa (selten grau).
Die Südsee Zuchtperlen haben eine Größe von 9-16 mm und kommen in den Farben weiß- hellgrau (Thailand, Indonesien), gelb (Indonesien) und dunkelgrau/schwarz (Pazifikinseln )vor. Da der Handel über Tahiti erfolgt, nennt man sie auch Tahiti Zuchtperlen.

Die Größe der Perle ist abhängig von der Muschelgattung und der Dicke der Perlmutterschicht. Bei Perlenketten beeinflusst zusätzlich die gleichmäßige Sortierung nach Farbe, Glanz und Größe den Preis.

Vier wichtige Punkte sind entscheidend für eine Perle: der Lüster, die Farbe, die Form und die Größe.

Der Lüster

Lüster ist der Fachausdruck für den Schimmer oder auch den Glanz der Perle, der durch die Lichtbrechung hervorgerufen wird. Der Lüster ist umso stärker, je mehr Perlmutt vorhanden ist, um die Perle zu formen.

Die Farbe

Bei der Farbe einer Perle ist der Geschmack der jeweiligen Trägerin ausschlaggebend, allerdings gilt, je weißer eine Perle ist, desto wertvoller ist sie. Eine Ausnahmen bildet der goldenen Südseeperlen und den schokobraunen Tahitiperlen, die durch ihre Seltenheit sehr kostbar sind.

Die Form

Perlen kommen in vielen verschiedenen Formen vor. Wobei runde oder fast runde Perlen am wertvollsten sind. Begehrt sind auch die Barockperlen, die meist eine sehr ausgefallene Form haben.

Die Größe

Ein wichtiges Qualitätskriterium einer Perle ist ihr Durchmesser. Je länger der Zeitraum war, in dem die Perle wachsen konnte, um so größer ist sie. Denn die Länge der Pflege/ Wachstumsphase spiegelt sich in der Größe der Perle wieder.